dein Geburtserlebnis 16. Mai 2025 Dr. med. Sabrina Kising

Es ist noch nicht vorbei.

Was in dir vorgeht, wenn die Geburt hinter dir liegt – aber sich nicht so anfühlt.

Du hast es geschafft. Das Kind ist da. Alle sagen: Herzlichen Glückwunsch. Und du sitzt da und weißt irgendwie nicht, was du fühlen sollst.

Vielleicht läuft es trotzdem. Du funktionierst. Stillst, wechselst, schläfst irgendwann kurz. Aber da ist etwas, das du nicht benennen kannst. Ein Film, der immer wieder läuft. Eine Szene, die du nicht loswirst. Ein Gefühl, das sich falsch anfühlt – ohne dass du sagen könntest, warum.

Ich war doch froh, oder? Warum fühlt es sich dann nicht so an?

Das ist keine Undankbarkeit. Das ist kein schlechter Start ins Muttersein. Dein Körper hat gerade etwas Enormes geleistet – und manchmal bleibt davon im Inneren etwas zurück, das noch nicht fertig ist. Das ist keine Schwäche. Das ist Biologie.

Was gerade in dir passiert

Stell dir vor, dein Körper und dein Kopf laufen gerade auf zwei völlig verschiedenen Zeitstrahlen. Dein Baby ist hier, heute, jetzt. Aber ein Teil von dir steckt noch dort – in dem Moment, als es zu viel wurde. Als du keine Kontrolle mehr hattest. Als dir niemand erklärt hat, was passiert. Als der Schmerz anders war als gedacht. Als du dachtest: Das überlebt man nicht.

Vielleicht war es kein Notfall. Vielleicht lief alles „gut". Und trotzdem: Was du gefühlt hast, war real. Ein Geburtserlebnis, das sich überwältigend angefühlt hat, ist eines – egal, was auf dem Arztbericht steht.

Aber du bist doch gesund, das Kind ist gesund – was willst du mehr?

Wenn du das gerade hörst – von anderen oder von einer Stimme in dir – dann atme kurz durch. Diesen Satz darfst du ignorieren.

Warum es sich jetzt so chaotisch anfühlt

Dein Körper ist im Ausnahmezustand. Nicht nur wegen des Neugeborenen. Sondern weil Hormone, Schlafentzug und das Erlebte gleichzeitig auf dich einprasseln. Dein Nervensystem steht auf Daueralarm. Und manchmal bist du plötzlich wieder da – in diesem einen Moment – obwohl du gerade nur eine Windel wechselst.

Ich dachte, das geht weg. Aber es geht nicht weg.

Das ist keine Einbildung. Das ist, wie Verarbeitung manchmal beginnt – laut, ungefragt, mitten im Alltag.

Was du jetzt schon tun kannst

Noch nicht alles. Noch nicht viel. Aber ein bisschen – und das reicht gerade.

Für jetzt – eine kleine Übung

Drei Minuten. Eine Hand auf der Brust. Mehr nicht.

Setz dich für drei Minuten irgendwo hin – egal wo. Boden, Bett, Badezimmer. Leg eine Hand auf deine Brust. Nicht wegen irgendeiner Methode. Einfach weil dein Körper gerade verdammt viel trägt – und manchmal hilft es, das kurz anzuerkennen.

Atme ein, atme aus. Du musst nichts lösen. Du musst nichts fühlen. Du darfst einfach da sein.

Wenn dir Schreiben liegt: Nimm ein Heft. Schreib auf, was du erinnerst – ungeordnet, unkorrekt, egal. Nicht als Aufgabe. Sondern weil Dinge, die draußen sind, manchmal leichter werden als Dinge, die drin bleiben.

Und wenn du merkst, dass diese Bilder häufiger kommen statt seltener – dann ist das ein Zeichen. Nicht dass etwas kaputt ist. Sondern dass etwas Aufmerksamkeit braucht.

Heilung nach einer Geburt sieht nicht immer wie ein Aufatmen aus.
Manchmal fängt sie mit einem einzigen ehrlichen Satz an:
„Mir geht es nicht gut. Und das darf sein."

Wenn du spürst, dass du das nicht alleine durcharbeiten willst – dann bin ich da. Nicht mit einem Programm, das dich in acht Wochen „heilt". Sondern mit einem Raum, in dem du das, was passiert ist, wirklich anschauen kannst.

Komm einfach erstmal vorbei

Ein erstes Gespräch. Mehr nicht.

Ein kostenloses 15-Minuten-Kennenlernen – kein Druck, keine Verpflichtung.
Online, von wo du gerade bist.

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Dr. med. Sabrina Kising

Dr. med. Sabrina Kising

Gynäkologin · Paar- und Sexualtherapeutin